Meine Einschätzung für das Freeware CMS Redaxo

Das Freeware CMS Redaxo

Meine persönliche Einschätzung zur Einsatzmöglichkeit in unserem laufenden Web-Shop-Projekt

In einem aktuellen Projekt möchte ich mit meinem Kunden über einen Shop einige wenige Produkte vertreiben. Die Vorgabe: Low Budget – Das Projekt soll sich aus sich heraus selbst finanzieren. Es kam das CMS Redaxo zur Sprache und ich wollte mir dieses Freeware Content Management System made in Germany ein wenig genauer anschauen, da ich keine Praxiserfahrung damit habe.

Shop?

Natürlich lag mein Fokus zuerst auf Shop-Modulen. Schnell fand ich heraus: Wenn wir Redaxo nehmen, dann haben wir keinen Shop. Das was auf der Redaxo Homepage als „Shop“ zum Download angeboten wird, ist nur wenig mehr als ein Kaufformular mit „Danke“-Nachricht (http://www.redaxo.org/de/download/module/?modul_id=403&searchtxt=shop&cat_id=-1). Also weit entfernt von dem, was ich als „Shop“ bezeichnen würde. Das ist nur als Einstieg für Programmierer zu betrachten. Aber einen Shop für so ein kleines Projekt zu programmieren kann ich niemandem raten. (Anm.: Ich freue mich darauf eines besseren belehrt zu werden!)

Was bedeutet das für unser Projekt?

Bei der Programmierung des Shops käme wohl normalerweise der Vorteil von Redaxo zum Tragen: die Flexibilität und die einfache Programmierung. Aber leider muss ich aus meiner Beratungspraxis davor warnen ohne genug Sachkenntnis ein rechtssicheres Shopsystem selbst programmieren zu wollen. Systemsicherheit, Performance, Bezahlsysteme, Datenschutz, Rechtssicherheit: Wer soll das alles gewährleisten? Und wozu? Es gibt doch zertifizierte Shopsysteme die all das schon bieten. Die Shop-Programmierung als auch die Rechtsprüfungen würden viel zu hohe Kosten verursachen und das Projekt in die Knie zwingen.

Also Redaxo CMS für Websites?

Bleibt die Option Redaxo für die Webseite zu nutzen und ein Shopsystem auf Basis anderer Technologie damit zu verknüpfen.

Zur Administration:

Administration und Menü-Erstellung sind für nicht IT-Ler zuerst nur schwer verständlich. Aber nicht unmöglich. Es dauert halt bis man den dreh raus hat. Die kaum gestaltete Admin-Oberfläche muss man sich erarbeiten. Wer seine Homepage selbst verwalten möchte sollte auf jeden Fall seine PHP-Kenntnisse erweitern. Das wäre aber nicht zielführend. Also auch hier sind wir auf Support angewiesen. Ich habe den schönen Satz gelesen, man müsse Redaxo „Leben“ und nicht nur anwenden. Aber ganz ehrlich: Wer hat Zeit und Lust sich im Businessalltag aus reiner Freude Einschränkungen zu unterwerfen? Tools müssen funktionieren und intuitiv sein. Redaxo muss hier noch besser werden.

Zu den Grafischen Möglichkeiten:

Für den Bereich Webdesign und einfache Homepages ist auch PHP Programmierung und HTML nötig, da kaum Module existieren. Aber man unterliegt kaum Einschränkungen. Daher die Flexibilität. Module mit speziellen Grafik-Features können wirklich schnell programmiert werden. Der Einsatz ist wohl für Agenturen und Designer genial. Aber eben auch Kosten verursachend. Zum Glück haben die meisten guten Agenturen PHP-Knowhow im Haus insofern kostet es diesen Spezial-Anwendern „nur“ Zeit. Wer im Gegensatz zu den Grafik-Leuten mit Standard-Grafik-Aufteilung und Standard-Templates auskommt könnte ein System bevorzugen wo mehr vorgefertigte Module einsetzbar sind.

 Wozu dann Redaxo?

Ich sehe Redaxo als ein feines CMS für Hosting-Anbieter, die auch Websites mit anbieten; auch Agenturen die an Kleinere Unternehmen klassische Websites vertreiben. Und natürlich für alle, die PHP-Knowhow im Hause haben. Dann kann man vieles realisieren. Ohne Programmierkenntnisse rate ich zu den üblichen Verdächtigen Drupal, Joomla oder WordPress. Wer mag, gerne auch das mächtige Typo 3. Aber, auch wenn es bei den zuletzt genannten ohne Programmierung geht: alle gemeinsam sind trotzdem besser zu verstehen und zu bedienen wenn man PHP kann, auch wenn es keine Pflicht ist!

Blick über den Tellerrand:

Redaxo hat keine Blog-Funktionen. Ich persönlich halte Blogs und das daraus verbesserte moderne Content Marketing für den Schlüssel zum Erfolg.

Was andere Sagen. Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Redaxo
http://www.redaxo.org/de/download/module/?modul_id=403&searchtxt=shop&cat_id=-1
http://www.netzwelt.de/news/81652-freeware-cms-test-redaxo.html
http://www.cms-garden.org/de/cms/redaxo

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7 Gedanken zu „Meine Einschätzung für das Freeware CMS Redaxo

  1. Oliver

    Hallo Jochen,

    nett, dass Du deine Einschätzung über Redaxo niedergeschrieben hast.

    Wenn ich das richtig verstehe bist du kein Webentwickler.
    Für die ist das System gemacht.

    Das System ist nicht für den Hobby Webdesigner, dem Vereinsvorstand und auch nicht für den Hostinganbieter gedacht der mal eben eine Webseite erstellen oder verkaufen möchten.

    Richtig ist, dass es kaum möglich ist eine vernünftige Webseite mit Redaxo ohne PHP (HTML + CSS) Wissen entwickeln zu können. Das ist aber auch nicht das das was Redaxo erreichen möchte.

    Ohne PHP, HTML & CSS Kenntnisse wird es sicherlich auch schwer bis unmöglich sein gute individuelle(!) Webseiten / Webanwendungen mit Drupal, Joomla, WordPress, Typo3 und Co. zu entwickeln. Wobei die genannten Systeme teilweise andere Zielgruppen bedienen und es ermöglichen mit den vielfältig angebotenen Templates / Plugins oder Addons ohne viel Grundwissen auch gute Webseiten zu erstellen.

    Hier fängt der Neffe meines Bruders – der ja auch Webseiten macht – aber meist lustig mit den Armen an zu rudern sofern der Kunde einen kleinen individuellen Wunsch äußert und es für dies oder jenes gerade kein passendes Plugin gibt :-))

    Redaxo ist auch kein Shopsystem. Wollte es nie sein und will es sicherlich auch nie werden. Auch wenn einige kluge Köpfe gute Shops auf der Basis von Redaxo realisiert haben. Ob der Aufwand sich lohnt muss jeder für sich selbst entscheiden.

    Für einen Shop sollte auch ein Shopsystem eingesetzt werden.

    Viele Shopsystem bieten ja die Möglichkeit die restliche Webseite auch noch mit dem System zu pflegen. Sollte das nicht ausreichen kann ja neben dem Shopsystem auch noch ein CMS eingesetzt werden. Beispielsweise mittels TOXID (http://www.toxid.org).

    Redaxo ist auch kein Blog System. Wollte es nie sein… usw.. 🙂

    Das man Redaxo „leben“ muss um es zu verstehen findet teilweise meine Zustimmung. Es hilft schon sehr sich mit dem System intensiv zu beschäftigen. Die Arbeit lohnt sich.

    Aber: Hand aufs Herz. Ist es nicht bei allen Dingen im Leben so?

    Interessant finde ich in der Einleitung diesen Satz:
    
„Low Budget – Das Projekt soll sich aus sich heraus selbst finanzieren.“

    Ich glaub nicht, dass es viele Shops gibt die sich komplett selbst finanzieren können. Hier hätte hier meiner Meinung nach die Kommunikation eine andere Richtung nehmen müssen. Die Wahl der eingesetzte Software ist hier noch nicht relevant. Ich freue mich natürlich über Beispiele bei denen das wirklich funktioniert! Meine Empfehlung wäre ein 1&1 Shop gewesen 😉

    Auch ist der Einsatz von Freeware (Redaxo ist übrigens Open-Source und keine Freeware) nicht unbedingt die günstigste Lösung. Aber das ist eine anderes Thema.

    Viele Grüße
    Oliver

    Antworten
  2. Rüdiger

    So ganz verstehe ich die Intention hinter diesem Beitrag nicht. Gesucht war ein simples Shopsystem und deshalb wird REDAXO getestet und konnte da nicht punkten? Sicher kann ich auch mit Pfannen Nägel in die Wand schlagen, ob das sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Bei solchen Anwendungsfällen würde ich z.B. http://de.supr.com/ antesten, das Kostenrisiko ist gering und wenn die Geschäftsidee ankommt, kann ich immer noch auf ein eigenes Shopsystem umsteigen, aber definitiv nicht auf irgendein Shopaddon von irgendeinem CMS.

    Antworten
  3. Jochen Schnabel Beitragsautor

    Jetzt vermisse ich gerade die „Like“ Funktion für Eure guten Beiträge Rüdiger und Oliver! Danke sehr.

    Ich gebe noch ein paar unverfängliche Details preis: Ich sollte ein Urteil über das Open Source CMS (Danke für den Hinweis!) Redaxo fällen, weil dieses CMS in einem Angebot vorgeschlagen wurde. Da die anbietende Firma auch der aktuelle Hostanbieter ist und sagt „wenn Du kein Redaxo willst, dann bist Du bei uns falsch“ wollten wir natürlich wissen ob wir bei diesem Anbieter bleiben könnten. So kam das Zustande.

    Und natürlich hast Du recht: Wenn sich der Web-Shop aus sich selbst heraus finanzieren sollte, dann wird es schwer. Aber das Produkt wird auch über andere Verkaufsstellen vertrieben. Das wird klappen.

    Ich werde mir aber auch Eure Vorschläge bezüglich de.supr.com und toxid.org genau anschauen.

    Viele Grüße
    Jochen

    Antworten
  4. Rüdiger

    Ich weiß ziemlich sicher, dass der Anbieter gesagt hat, dass er individuelle Webseiten nur mit REDAXO umsetzt, da er dort über langjährige Erfahrungen verfügt, mit dem Hosting hat das definitiv nichts zu tun.

    Antworten
    1. Rüdiger

      Und bei dem Projekt geht es primär um eine Webseite, nicht um einen Shop, das ist nur ein sekundäres Ziel.

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  5. Jochen Schnabel Beitragsautor

    Das ist doch beides schön. Und wir sind uns zum Glück alle einig, dass Redaxo genau dafür ein gutes System ist. Danke nochmal für den Input.

    Bis bald und viele Grüße
    Jochen

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